Trump befiehlt weitere Luftschläge auf den Iran und kündigt „sehr harten Angriff“ an

Israelischer Luftangriff auf den Iran am 8. Juni 2026 [Photo: @Oezkanciftci]

Am Mittwoch führten die USA, wie bereits am Vortag, Angriffe auf den Iran durch. Das US-Militär erklärte, es habe um 17.15 Uhr Ostküstenzeit begonnen, „verschiedene Ziele“ im Iran anzugreifen. CBS News berichtete unter Berufung auf zwei US-Regierungsvertreter, das dazu Munitionslager, Kontroll- und Kommandozentren und Lagerhäuser gehörten. Iranische Medien berichteten von Explosionen in Bandar Abbas, Minab und Sirik sowie auf den Inseln Qeschm und Kisch vor der Südküste des Landes.

Der erneute Angriff, der von den Medien in betrügerischer Absicht als „Selbstverteidigung“ dargestellt wird, ist ein offener Akt der Aggression gegen ein Land, dessen Staatsoberhaupt von Washington und Israel ermordet wurde, dessen Häfen von der US Navy blockiert werden, und dessen Trinkwassersystem nun von amerikanischen Bomben zerstört wurde. Nachdem die US-Regierung von Donald Trump es in 100 Tagen nicht geschafft hat, den Iran zur Kapitulation zu zwingen, versucht sie jetzt, das Land durch Bombenterror zu einer – in Trumps Worten – „vollständig ausgehandelten“ Kapitulation zu zwingen.

Als Vorwand für die neuen Angriffe diente der Verlust eines Apache-Hubschraubers der US Army, der am Montagabend bei einem Patrouillenflug in der Straße von Hormus vor der Küste des Oman abgeschossen wurde. Beide Besatzungsmitglieder wurden gerettet. Am Dienstag erklärte Trump: „Die Iraner haben einen unserer hochmodernen Apache-Hubschrauber abgeschossen“, weshalb die USA gezwungen seien, „auf diesen Angriff zu reagieren“. Die New York Times verwies am Dienstag auf einen US-Regierungsvertreter, der erklärt habe, dass der Hubschrauber von einer iranischen Shahed-Drohne getroffen worden sei. Die Nachrichten-Website Axios berichtete am gleichen Tag, dass im Rahmen der Untersuchung noch nicht geklärt geworden sei, ob der Hubschrauber absichtlich getroffen wurde.

Am Dienstagnachmittag amerikanischer Zeit flogen US-Kampfflugzeuge Angriffe auf die Südküste des Iran. Die Redaktion des Wall Street Journal schrieb am Mittwoch, das US-Militär habe zwanzig Luftabwehrstellungen getroffen. Laut der New York Times hätten iranische Regierungsvertreter bestätigt, dass es sich um Luftabwehrstellungen bei Bandar Abbas, Raketenbatterien auf der Insel Qeschm und Marinestützpunkte bei Sirik und Jask gehandelt habe. In der Provinz Hormozogan wurden laut der Financial Times zwei Wasserreservoirs zerstört, wodurch mehr als 20.000 Menschen in Kuhestak und zehn benachbarten Dörfern kein Trinkwasser mehr haben, während dort die Temperaturen zwischen 45 und 50 Grad Celsius schwanken. Abdolhamid Hamzepour, der Direktor des Wasserversorgers der Provinz, erklärte: „Mehr als 20.000 Einwohner, die härtesten klimatischen Bedingungen und extremer Hitze ausgesetzt sind, haben den Zugang zu sicherem Trinkwasser verloren.“

Die iranische Revolutionsgarde feuerte im Verlauf der Nacht mit Drohnen und Raketen 21-mal auf das Hauptquartier der 5. US-Flotte in Bahrain, die Luftwaffenstützpunkte Ali Al Salem in Kuwait und Azraq in Jordanien. Laut den Behörden aller drei Länder wurden die Projektile abgefangen. In der gleichen Nacht feuerte ein US-Kampfflugzeug auf den Maschinenraum des Tankers „Settebello“, der laut dem US-Militär versucht habe, mit iranischem Öl an Bord die Blockade zu durchbrechen. Dabei wurde ein Seemann getötet, zwei weitere werden vermisst. Da die Besatzung aus indischen Staatsbürgern bestand, bestellte die indische Regierung am Mittwoch den ranghöchsten US-Diplomaten in Neu-Delhi ein, um „auf das Schärfste zu protestieren“.

Trump postete am Mittwochmorgen, der „Tyrann des Nahen Ostens ist TOT!!!“, der Iran werde „den Preis bezahlen.“ Bis zum Abend flogen die USA erneut Luftangriffe. Die iranische Militärführung kündigte die vollständige Schließung der Straße von Hormus an. Jedes Schiff, das sie zu durchfahren versuche, werde beschossen.

Trump kündigte die Eskalation am Mittwochmorgen im Oval Office an: „Nun, wir werden sie angreifen. Wir greifen sie sehr hart an.“ Auf die Frage, ob er Luftangriffe beabsichtige, antwortete er: „Ja, nun, das tun wir. Angesichts des Hubschraubers haben wir, denke ich, das Recht dazu.“

Verteidigungsminister Pete Hegseth erklärte in Tampa (Florida) gegenüber der Presse: „Wenn wir mit Bomben verhandeln müssen, verhandeln wir eben mit Bomben. Und darin sind wir sehr gut. Niemand auf der Welt ist darin besser als wir.“

Die neue Eskalation zeigt, dass Trump keines seiner Kriegsziele erreicht hat. Anfang des Jahres hatte Trump versucht, die iranische Regierung zu stürzen, indem er sich hinter die landesweiten Proteste im Iran stellte. Wie das Wall Street Journal im Februar berichtete, schmuggelte seine Regierung Waffen und etwa 6.000 Starlink-Terminals ins Land ein. Trump erklärte im April auf Fox News: „Wir haben den Demonstranten Waffen geschickt, viele Waffen.“ Am 13. Februar erklärte er, ein Regimewechsel im Iran sei „das Beste, was passieren kann.“

Als diese Operation scheiterte, griffen die USA und Israel den Iran am 28. Februar an und ermordeten am ersten Tag den Obersten Führer Ali Chamenei, den Befehlshaber der Revolutionsgarde, den Verteidigungsminister und weitere hohe Regierungsmitglieder. Darauf folgte eine Serie von Luftangriffen mit dem Ziel, das iranische Militär zu zerschlagen, und schließlich ein formeller Waffenstillstand ab dem 8. April sowie die Marineblockade der iranischen Häfen ab dem 13. April.

Nach 100 Tagen Krieg hält sich die Regierung in Teheran weiterhin, mittlerweile unter Führung von Chameneis Sohn Modschtaba. Der Iran kontrolliert weiter die Straße von Hormus und das laut Trump „vollständig ausgehandelte Abkommen“ ist noch immer nicht unterzeichnet, da der Iran laut Trump auf Zeit spiele. Trump steht vor einer militärischen Katastrophe und betrachtet eine weitere Eskalation als die einzige Lösung.

„Das Schlechte ist, dass die Aktienkurse ziemlich sinken werden, laut Experten um die 25 Prozent“, erklärte Trump am Mittwoch mit Blick auf seine Entscheidung für einen erneuten Angriff. „Und das war es wert. Für mich war es das wert. Um keine Atomwaffe zu haben. Und die andere Sache ist, dass Öl auf 250 Dollar pro Barrel steigen würde.“

Das Wall Street Journal veröffentlichte am Mittwochabend einen Leitartikel mit dem Titel „Trump braucht eine neue Iran-Strategie“, in der die Zeitung auf die Stimmung der dominanten Teile der herrschenden Klasse einging.

„Man kann durchaus sagen, dass der Präsident vor einer ähnlichen Entscheidung steht wie George W. Bush im Irak 2006-07“, hieß es in dem Artikel. „Die Aufständischen schienen zu siegen, und Bush musste entweder seine Strategie ändern oder eine Niederlage akzeptieren. Er entschied sich für eine Aufstockung der Truppenstärke und konnte den Aufstand brechen; die USA konnten ihren Einfluss im Irak und der Region erhalten.“

Im Leitartikel wurde vorgeschlagen, Trump solle „gemeinsam mit Israel eine Operation zur Beschlagnahme oder Zerstörung von Irans angereichertem Uran“ durchführen und durch die US-Luftstreitkräfte eine „sichere Zone für Regimegegner im Iran schaffen.“ Der Artikel endete: „Der Präsident hat jetzt die Wahl, entweder die Fakten vor Ort zu ändern oder den Konflikt in einer schlechteren Lage zu verlassen, als Bush es im Irak tat.“

Der Irakkrieg gilt im außenpolitischen Establishment der USA allgemein als katastrophaler Rückschlag für den US-Imperialismus. Dass das Wall Street Journal Bushs Position im Jahr 2006 als den Standard darstellt, den Trump jetzt mit Gewalt halten muss, verdeutlicht das Ausmaß der Krise, in der sich das Weiße Haus befindet.

Unter diesen Bedingungen haben die Demokraten Trump vorgeworfen, er sei unfähig, die Ziele des US-Imperialismus im Nahen Osten zu sichern. Als der Krieg begann, zeigten sie sich begeistert von den Mordanschlägen. Der Fraktionsführer der Demokraten im Repräsentantenhaus Hakeem Jeffries erklärte am 28. Januar: „Der Iran ist ein übler Akteur und muss aggressiv angegangen werden.“ Und der Minderheitsführer im Senat, Charles Schumer, erklärte am 2. März: „Ich werde Ali Chamenei keine Träne nachweinen.“

Damals erklärten prominente Demokraten, der Krieg habe das US-Militär in eine schlechtere Lage gebracht als zuvor. Der demokratische Senator Mark Kelly aus Arizona erklärte am 10. Mai in der CBS-Sendung „Face the Nation“: „Ganz gleich, ob es nun um einen Konflikt mit China im Westpazifik oder anderswo auf der Welt geht, sind die Munitionsbestände nun erschöpft.“ Er warnte, die Wiederaufstockung der Bestände werde Jahre dauern. Senator Jack Reed (Rhode Island), der ranghöchste Demokrat im Streitkräfteausschuss, beklagte bei einer Anhörung im April, Trump habe „eine Flugzeugträgerkampfgruppe, eine amphibische Kampfgruppe, diverse Raketenabwehrkapazitäten und andere Waffen“ aus dem Pazifik abgezogen, wo sie gegen China oder Korea gerichtet waren.

Derweil müssen die Arbeiter die Kosten für den Krieg bezahlen. Das Bureau of Labor Statistics meldete am Mittwoch, die Verbraucherpreise seien im Lauf des Jahres bis Mai um 4,2 Prozent gestiegen, was der höchste Stand seit 2023 ist. Im April lag der Anstieg bei 3,8 Prozent. Die Energiepreise sind in zwölf Monaten um 23,5 Prozent gestiegen, die Benzinpreise um 40,5 Prozent. Als er nach diesen Zahlen gefragt wurde, erklärte Trump: „Wissen Sie, was ich wirklich liebe? Ich liebe Inflation.“

Die steigenden Preise befeuern eine Ausweitung des Klassenkampfs. In Three Rivers (Michigan) befinden sich etwa 1.000 Arbeiter im Werk des Autozulieferers American Axle seit dem 1. Juni im Streik. Es ist der erste Ausstand in dem Werk seit 2008. Bei Nexteer in Saginaw haben die Arbeiter dreimal hintereinander Tarifverträge abgelehnt, in New York arbeiten 40.000 Verkehrsbeschäftigte mit einem abgelaufenen Tarifvertrag. Zuvor hatten die Arbeiter bei Long Island Rail Road erstmals seit 1994 die Arbeit niedergelegt; in Greeley (Colorado) streikten Arbeiter eines Fleischverarbeitungsbetriebs von JBS erstmals seit den 1980er Jahren.

Die World Socialist Web Site schrieb am Montag in einer Erklärung zum 100. Tag des Krieges: „Der Widerstand gegen den Imperialismus erfordert die weitere Entwicklung der Kämpfe der Arbeiter in den Vereinigten Staaten, Europa und der ganzen Welt – gegen Krieg, Sparpolitik und Diktatur – zu einer bewussten politischen Bewegung mit einem sozialistischen Programm. Um Krieg und Barbarei ein Ende zu setzen, muss das kapitalistische System abgeschafft werden.“

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