Bedeutende tamilische Zeitung in Sri Lanka veröffentlicht Artikel, in dem die Freilassung von Bogdan Syrotjuk gefordert wird

Am 6. September veröffentlichte Uthayan, eine bedeutende tamilischsprachige Zeitung mit Sitz in Jaffna im Norden Sri Lankas, einen zweiseitigen Leitartikel zur Unterstützung der internationalen Kampagne für die Freilassung des ukrainischen Sozialisten Bogdan Syrotjuk.

Feature in Uthayan zur Unterstützung der Kampagne für die Freilassung des ukrainischen Sozialisten Bogdan Syrotjuk, 6. September 2026. [Photo: Uthayan]

Am 10. August verurteilte ein Gericht in Perwomajsk den 27-jährigen Sozialisten und Vorsitzenden der „Jungen Garde der Bolschewisten-Leninisten“ (YGBL), Bogdan, unter Berufung auf das Kriegsrecht wegen „Hochverrats“ zu 15 Jahren Haft. Sein „Verbrechen“ besteht darin, Artikel für die World Socialist Web Site verfasst zu haben, in denen er zur Einheit der ukrainischen und russischen Arbeiter aufruft, um den Stellvertreterkrieg der USA und der NATO gegen Russland zu beenden.

Die Kampagne für Bogdans sofortige Freilassung, einschließlich einer Online-Petition, hat weltweit breite Unterstützung gefunden. In Sri Lanka haben Hunderte von Menschen, darunter Arbeiter, Intellektuelle und Jugendliche, ihre Solidarität bekundet und ihre Empörung über das faschistische Selenskyj-Regime in der Ukraine zum Ausdruck gebracht.

Die meisten der in Colombo ansässigen kapitalistischen Medien haben sich völlig bedeckt gehalten und die Aufrufe der WSWS, über die Verfolgung Bogdans zu berichten, ignoriert. Die Polizei hat Unterstützer der Sozialistischen Gleichheitspartei an der Universität von Jaffna während einer Kampagne für Bogdans Freiheit schikaniert – ein Zeichen für die Nervosität der herrschenden Elite angesichts der Unterstützung, die der inhaftierte Sozialist unter den Studierenden genießt.

Der Artikel vom Sonntag in Uthayan trägt die Überschrift „Gericht unterdrückt eine Stimme gegen den Krieg“. Auf Grundlage der Berichterstattung der WSWS über Bogdans Verurteilung und Strafmaß stellt der Artikel die grundlegenden Fragen dar, um die es bei der Kampagne für seine sofortige Freilassung geht, illustriert mit Fotos von Bogdan.

Uthayan wurde Mitte der 1980er Jahre im vom Krieg verwüsteten Jaffna gegründet und arbeitete unter extrem schwierigen Bedingungen während des jahrzehntelangen Bürgerkriegs, den die srilankische Regierung gegen die separatistischen Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) führte. Während andere Zeitungen in Jaffna gezwungen waren, den Betrieb einzustellen, oder unter die Kontrolle bewaffneter Gruppen gerieten, erschien Uthayan weiterhin.

Die Redaktion von Uthayan wurde 1987 beschossen und 1990 von einem Luftangriff getroffen. Auch während der Militäroperationen von 1995–96 erschien die Zeitung weiterhin. Im Jahr 1999 wurde sie Ziel eines Granatenangriffs, und im Jahr 2000 schloss die Regierung die Zeitung vorübergehend im Rahmen von Notstandsverordnungen. Im Jahr 2006 töteten bewaffnete Angreifer zwei Mitarbeiter; 2009 wurden der Zeitungsvertrieb angegriffen und Zeitungen verbrannt. Im selben Jahr erhielt die Zeitung den Sepala-Gunasekara-Preis für ihren Einsatz für die Pressefreiheit.

Nachfolgend geben wir den vollständigen Text des Artikels wieder, der ins Deutsche übersetzt und von der WSWS leicht überarbeitet wurde.

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Gericht unterdrückt eine Stimme gegen den Krieg

Am 25. April 2024 […] brach der Morgen im Süden der Ukraine in einer unbehaglichen Ruhe an. Bogdan Syrotjuk, Mitglied der „Jungen Garde der Bolschewiki-Leninisten“ und 25-jähriger sozialistischer Kämpfer, ging wie gewohnt seiner täglichen politischen und schriftstellerischen Arbeit nach. Doch er ahnte nicht, dass dieser Tag sein Leben auf den Kopf stellen würde.

Eine Einheit des Sicherheitsdienstes der Ukraine (SBU) umstellte Bogdans Wohnsitz. Ohne Vorwarnung oder stichhaltige Beweise wurde Bogdan festgenommen. Die Staatsanwaltschaft erhob die empörendsten Anklagen gegen ihn und behauptete, er habe unter Kriegsrecht Hochverrat begangen […] sowie als Agent der russischen Regierung gehandelt und Verschwörungen gegen die Souveränität des Landes geschmiedet. Doch die traurige Wahrheit ist: Selbst zwei Jahre nach seiner Festnahme ist es der Regierung nicht gelungen, vor Gericht Beweise für diese empörende Anklage vorzulegen!

Urteil vom 10. August: Ein brutaler Angriff auf die Meinungsfreiheit

Nach einem langen juristischen Drama fällte das Bezirksgericht in der Region Nikolajew am 10. August 2026 sein schockierendes Urteil. Das Gericht verurteilte den 27-jährigen Bogdan Syrotjuk zu 15 Jahren Haft. Das Urteil geht noch weiter: Das Gericht ordnete die Beschlagnahmung von Bogdans Vermögen und elektronischen Geräten sowie die Vernichtung der bei ihm beschlagnahmten sozialistischen Literatur, Flugblätter, marxistischen Broschüren und Programme an.

Gegner einzusperren, ihr Eigentum zu beschlagnahmen und ihre Gedanken und Schriften zu verbrennen und zu vernichten – all das sind schmutzige Methoden, die in der Geschichte bisher nur von faschistischen Regimen angewendet wurden. Dieses Urteil hat offenbart, wie die ukrainische Regierung, die heute vorgibt, die Demokratie zu verteidigen, auf dieselben faschistischen Methoden zurückgegriffen hat. Nicht nur das: Das Gericht hat Bogdan zudem zur Zahlung von mehr als 178.000 Hrywnja [3.500 Euro] verurteilt, um die Kosten für die vom ukrainischen Staat in Auftrag gegebenen forensischen Untersuchungen zu decken.

Als verräterisch eingestufte Schriften

Im Verfahren gegen Bogdan Syrotjuk gab es keine Beweise für eine militärische Verschwörung, Spionage, Sabotage oder eine Verschwörung mit den Streitkräften eines feindlichen Landes. Die einzigen gegen ihn vorgelegten Beweise waren seine auf der World Socialist Web Site veröffentlichten Artikel und sein E-Mail-Austausch mit den internationalen Redakteuren, die diese Artikel veröffentlicht hatten.

Die forensischen Sachverständigen des Staates untersuchten 14 von Bogdan verfasste Artikel. Sie nahmen 7 davon in die Anklageschrift auf. Das Seltsame daran ist, dass einer dieser 7 Artikel vor Gericht als unzulässig eingestuft wurde. Die staatliche Forensikkommission räumte selbst ein, dass in jenem einen Artikel, den Bogdan über Militärrekrutierer und die gewaltsame Festnahme von Deserteuren geschrieben hatte, nichts Straftätiges enthalten war!

Letztendlich wurde Bogdan wegen der verbleibenden sechs Artikel zu 15 Jahren Haft verurteilt. Laut dem Urteil des Gerichts waren die schwerwiegendsten Straftaten in Bogdans Artikeln:

  • Die Nichtanerkennung der rechtmäßig gewählten politischen Führung der Ukraine und ihrer demokratischen Verfahren
  • Vergleiche der Regierungspolitik mit der von Faschisten und Nazis
  • Negative Äußerungen über die Streitkräfte der Ukraine
  • Falsche Darstellung von Nationalhelden und historischen Persönlichkeiten

Die Illegitimität und Pseudodemokratie von Selenskyj

Wer ist der „rechtmäßig gewählte politische Führer“, auf den sich das Gericht in seinem Urteil bezieht? Präsident Wolodymyr Selenskyj, dessen Amtszeit im Mai 2024 endete.

Selenskyj regiert, obwohl seine Amtszeit abgelaufen ist. Alle Wahlen im Land wurden abgesagt: Oppositionsparteien wurden verboten. Alle demokratischen Rechte, einschließlich der Meinungs- und Versammlungsfreiheit, wurden ausgesetzt.

In einem Land ohne jegliche demokratische Praktiken ist die Tatsache, dass Bogdan wegen der Nichtanerkennung demokratischer Praktiken verurteilt wurde, die größte Ironie in der Geschichte des Völkerrechts. Tatsächlich handelt es sich hierbei um das Urteil eines totalitären Regimes, das die Legitimation zur Aufrechterhaltung seiner Existenz verloren hat.

Die von Bogdan aufgedeckte Wahrheit

Wer sind die „Nationalhelden“, die Bogdan laut dem ukrainischen Gericht „falsch dargestellt“ haben soll? Bei den Nationalhelden handelt es sich um die ukrainischen Nationalisten der OUN [Organisation Ukrainischer Nationalisten] unter der Führung von Stepan Bandera während des Zweiten Weltkriegs sowie um die Anführer der galizischen Division der nationalsozialistischen Waffen-SS. Diese Nazi-Kollaborateure, die Adolf Hitlers brutalen Einmarsch in die Sowjetunion im Jahr 1941 begeistert unterstützten, waren die Täter eines Völkermords, bei dem Zehntausende Juden, Polen und sowjetische Zivilisten ermordet wurden.

Heute ehrt die ukrainische Regierung diese Nazi-Truppen und ihre Anführer offiziell, indem sie ihnen als „Nationalhelden“ Denkmäler errichtet. Bogdans Artikel „Die Verbrechen der Bandera-Anhänger gegen das ukrainische Volk“ und seine Maifeier-Rede „Für die Einheit der russischen und ukrainischen Arbeiterklasse!“ deckten die Rehabilitierung der Nazis durch die Regierung auf. In jedem zivilisierten Land, das auch nur ein Mindestmaß an Respekt vor demokratischen Rechten hat, würden solche historischen Schriften unter das geschützte Recht auf freie Meinungsäußerung fallen. Doch unter Selenskyjs Herrschaft wird dies mit einer 15-jährigen Haftstrafe geahndet.

Wachsender Widerstand gegen den Krieg

Im Urteil wird wiederholt darauf hingewiesen, dass Bogdans Artikel „gesellschaftlich gefährliche Folgen“ haben werden. Daraus geht eines klar hervor: In diesem Fall geht es nicht um irgendeine Unterstützung Russlands durch Bogdan, sondern vielmehr um die Unterdrückung des wachsenden Widerstands der Bevölkerung gegen den Krieg unter Arbeitern und Jugendlichen. Der Widerstand gegen den von der NATO unterstützten Krieg in der Ukraine wird von Tag zu Tag stärker.

Seit 2022 wurden in der Ukraine mehr als 300.000 Strafverfahren gegen Soldaten wegen Desertion oder unerlaubter Abwesenheit eingeleitet.

In einer Gallup-Umfrage aus dem Jahr 2025 sprachen sich 69 Prozent der Bevölkerung für ein sofortiges Ende des Krieges durch Verhandlungen aus. Die Regierung von Selenskyj, die die Unterstützung ihres eigenen Volkes verloren hat, fürchtet diese öffentliche Gegenreaktion. Deshalb macht sie Menschen wie Bogdan zum Sündenbock: um Angst in der Bevölkerung zu schüren.

Das Gefängnis ist eine Todesfalle: Bogdans Leben ist in Gefahr!

Eine 15-jährige Haftstrafe in einem ukrainischen Gefängnis ist nicht nur eine Freiheitsstrafe; sie kommt einem versteckten Todesurteil gleich. Die entsetzlichen Zustände in den ukrainischen Gefängnissen sind weltweit dokumentiert.

Im April 2025 veröffentlichte der Ausschuss der Vereinten Nationen gegen Folter einen Bericht, in dem die katastrophalen Zustände in ukrainischen Gefängnissen angeprangert werden, darunter unzureichende Versorgung mit Nahrung und Wasser, die Verweigerung grundlegender medizinischer Untersuchungen sowie eine steigende Zahl von Todesfällen in Haft. Ebenso bewertete der Ausschuss gegen Folter des Europarats die Bedingungen in ukrainischen Haftanstalten als unmenschlich und erniedrigend. Bogdan, der seit seiner Festnahme unter schweren gesundheitlichen Problemen leidet, wird seit zwei Jahren die dringend benötigte medizinische Behandlung verweigert.

Jeder Moment hinter Gittern bringt sein Leben in Gefahr.

Gericht ignoriert Sachverständigengutachten

Das Gericht wies die zur Verteidigung Bogdans vorgelegten stichhaltigen Beweise vollständig zurück. Ein 65-seitiges Gutachten des führenden ukrainischen Kriminologen und Sprachexperten Juri Irkin kommt zu dem Ergebnis, dass „es in Bogdans Schriften keine Elemente, Phrasen, Sätze oder Wortkombinationen gibt, die darauf abzielen, die bewaffnete Aggression der Russischen Föderation zu unterstützen“.

Da das Gericht nicht in der Lage war, auf diesen objektiven Bericht einzugehen, beauftragte es eine von der Regierung ernannte Organisation mit einer weiteren Untersuchung seiner Schriften. Doch auch die von der Regierung benannten Gutachter räumten ein, dass Bogdans Artikel keinen Aufruf zum Sturz der Regierung, zur Machtergreifung oder zu zivilen Unruhen enthalten. Dennoch erklärte das Gericht Bogdans politische Äußerungen, die gemäß Artikel 10 des Internationalen Pakts über bürgerliche und politische Rechte geschützt sind, für „rechtswidrig und verwerflich“. “

Ein Aufruf zu weltweiten Protesten!

Gegen dieses ungerechte Urteil gegen Bogdan Syrotjuk wird Berufung eingelegt. Die World Socialist Web Site und das Internationale Komitee der Vierten Internationale leisten volle Unterstützung für diesen Rechtsstreit.

Bogdans Schicksal darf nicht den Gerichten eines totalitären Staates überlassen werden, der politische Gegner unterdrückt. Nur der vereinte Kampf der internationalen Arbeiterklasse, der Jugend und der Organisationen, die sich für die Verteidigung demokratischer Rechte einsetzen, kann Bogdans Freilassung ermöglichen!

Arbeiterinnen und Arbeiter, Gewerkschaften, Studierende, Bürgerrechtsgruppen und Antikriegsorganisationen in allen Ländern müssen sich unverzüglich Bogdans Fall annehmen und in Schulen, Universitäten und in Betrieben Resolutionen verabschieden, um seine sofortige und bedingungslose Freilassung zu fordern. Es ist an der Zeit, dass weltweite Unterstützung mobilisiert wird, um die Freilassung von Bogdan Syrotjuk zu ermöglichen, einem jungen Aktivisten, der allein deshalb inhaftiert wurde, weil er sich gegen den Krieg ausgesprochen hat!

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Besucht die Kampagnen-Website und schließt euch dem Kampf für die Freilassung von Bogdan Syrotjuk an: FreeBogdan.org

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