David North eröffnet die Herbst-Vortragsreihe mit Veranstaltungen an den Universitäten Wayne State und Michigan State

David North spricht an der Michigan State University in Lansing

Die International Youth and Students for Social Equality (IYSSE) veranstalteten letzte Woche die ersten beiden Treffen einer Vortragsreihe an fünf Hochschulen mit David North, dem Vorsitzenden der internationalen Redaktion der World Socialist Web Site sowie der Socialist Equality Party. Die Reihe trägt den Titel: „Kapitalistische Krise, imperialistischer Krieg und die sozialistische Weltrevolution“. Am Dienstag sprach North an der Wayne State University in Detroit und am Mittwoch an der Michigan State University in East Lansing. Beide Veranstaltungen stießen auf große Resonanz. Dutzende von Studenten und Arbeitern nahmen teil, und es wurde bei jeder Veranstaltung Literatur im Wert von hunderten Dollar verkauft.

Im Verlauf seines Vortrags beschrieb North die Zunahme von Massenprotesten und Streiks unter Jugendlichen und Arbeitern in Frankreich, in ganz Europa und weltweit. Wie er erklärte, brechen diese Kämpfe vor dem Hintergrund der größten Krise des Weltkapitalismus seit dem Zweiten Weltkrieg aus, was die herrschenden Klassen zu Weltkrieg und Diktatur treibt. North erforschte den Ursprung und die revolutionären Implikationen dieser Krise anhand der Schriften von Marx und Trotzki.

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North begrüßte die Welle der Unterstützung für den Sozialismus unter Millionen junger Menschen. Er erklärte jedoch, dass es nur ein geringes Verständnis für die theoretischen und historischen Grundlagen des Sozialismus gebe. Die lange Zeitspanne, in welcher der Klassenkampf unterdrückt wurde, vor allem nach der Auflösung der Sowjetunion 1991, habe das Verständnis für den wesentlichen Zusammenhang zwischen dem Sozialismus als politischer Bewegung und der Rolle der Arbeiterklasse als der grundlegenden revolutionären Kraft der Gesellschaft untergraben. Im Gegensatz dazu betonte North, dass der Kampf für den Sozialismus in der marxistischen Theorie, der politischen Unabhängigkeit der Arbeiterklasse von den kapitalistischen Parteien sowie in der Perspektive des sozialistischen Internationalismus verankert sein müsse.

Die Diskussionen im Anschluss an den Vortrag waren ein zentraler Bestandteil beider Veranstaltungen. In den ernsthaften und gezielten Fragen der Studenten und Arbeiter zeigte sich eine zunehmende Politisierung an den Hochschulen, da junge Menschen eine Perspektive zum Kampf gegen Krieg, Diktatur und soziale Ungleichheit suchen.

An der Wayne State University fragte ein Student, was North Abdul El-Sayed, den von der DSA unterstützten demokratischen Kandidaten für den US-Senat in Michigan, fragen würde. North schilderte die grundlegenden politischen Differenzen zwischen der SEP und El-Sayed sowie allen, die innerhalb oder im Umfeld der Demokratischen Partei agieren.

North erklärte, er würde El-Sayed nach seiner Strategie fragen, wie er den Reichtum von den herrschenden Eliten auf die Arbeiterklasse umverteilen wolle. „Wie soll er irgendeine seiner Reformen auf der Grundlage eines kapitalistischen Programms umsetzen, das er verteidigt? Wie kann er das Profitsystem und das Privateigentum an den Produktionsmitteln mit sozialen Bedürfnissen in Einklang bringen? (...) Er [El-Sayed] unterstützt und akzeptiert als Grundprinzip, dass es ein nationales Interesse gibt, das es zu verteidigen gilt. Wir lehnen das vollständig ab. Wir sind für die internationale Einheit der Arbeiterklasse.“

David North beantwortet Fragen von Studierenden an der Wayne State University in Detroit

Eine junge Arbeiterin, der sich seit ihrer Teenagerzeit in Protestbewegungen in Detroit engagiert, fragte, warum sich alle Aufstände – von Occupy Wall Street bis zu den Protesten gegen den Polizeimord an George Floyd – als kurzlebig erwiesen haben. North erklärte, es habe sich dabei um kleinbürgerliche Bewegungen gehandelt, die niemals die Grundlagen der Gesellschaft untersucht hätten. Nur ein Programm, das „auf der Geschichte und einem wissenschaftlichen Verständnis des Wesens der Gesellschaft beruht“, könne eine Bewegung dauerhaft aufrechterhalten, „weil sie objektiv die Interessen der breiten Masse der Bevölkerung artikuliert“.

An der Michigan State University äußerte ein Student, der Gewerkschaftsorganisator am Campus ist, Interesse am IYSSE-Aufruf zum Aufbau von Aktionskomitees und fragte, wo solche Komitees bereits entstanden seien. Ein Mitglied des Nexteer Workers Rank-and-File Committee in Saginaw, das sich im Publikum befand, antwortete darauf direkt: „Wir sind noch nicht riesig, aber wir reden mit anderen Arbeitern und Mitgliedern, und wir kommen voran.“ Im Frühjahr hatten Nexteer-Arbeiter drei vorläufige Tarifeinigungen abgelehnt, die von der korrupten Bürokratie der United Auto Workers unter Führung des UAW-Präsidenten Shawn Fain, den die DSA unterstützt, ausgehandelt worden waren. Das Nexteer Workers Rank-and-File Committee, das im Verlauf des Kampfs gegründet wurde, lehnte auch den vierten Tarifvertrag ab, den der UAW-Ortsverband 699 jedoch im Juni mit einer Abstimmung auf dem Werksgelände durchgesetzt hat. Seither kämpft es gegen Entlassungen und Angriffe auf die Krankenversicherung der Arbeiter.

Ein angehender Jura-Student fragte, wie sich Berufseinsteiger, die in Berufen außerhalb der Fabrikhallen tätig sind, in den Kampf für den Sozialismus einbringen könnten. North wies auf das immense Anwachsen der internationalen Arbeiterklasse und die Proletarisierung großer Teile des Kleinbürgertums hin. „Anwälte werden proletarisiert, und die KI wird das enorm beschleunigen. (...) Die Herausforderung ist: Was wird sich schneller entwickeln, der Kampf für sozialistisches Bewusstsein in der Arbeiterklasse oder der metastasierende globale Krieg und die Organisierung faschistischer Bewegungen? Die Frage stellt sich folgendermaßen: Sozialismus oder Barbarei?“

Auf die Frage, ob die Massenproteste und Unruhen in Frankreich ermutigend seien, erklärte North, sie seien „sicherlich ein Ausdruck enormer gesellschaftlicher Wut“, betonte aber, Jugendliche und Studenten alleine könnten den Kapitalismus nicht stürzen. Die einzige gesellschaftliche Kraft, die dazu in der Lage sei, sei die Arbeiterklasse. North erklärte: „Deshalb ist die zentrale Frage in Frankreich, ob die Arbeiterklasse auf der Grundlage eines unabhängigen politischen Programms in den Kampf eingreifen wird.“ Die Gewerkschaften täten alles, um dies zu verhindern. North rief die Teilnehmer der Veranstaltung auf: „Betrachtet Frankreich als Teil eurer eigenen Erfahrung.“

Ein Medizinstudent, der sich Sorgen über den Einsatz von KI in Krankenhäusern machte, sowie über die Isolation der Beschäftigten, die durch die Verlagerung der Arbeit in den digitalen Raum entsteht, fragte, wie die Arbeiterklasse unter solchen Bedingungen vereint werden könne. North erklärte, dass die herrschende Klasse diese Technologie zwar nutze, um die Ausbeutung zu verschärfen, sie aber auch immense Möglichkeiten zur internationalen Organisierung von Arbeitern schaffe, siehe allein nur die rasche Übersetzung in unterschiedliche Sprachen. Er erklärte: „Die Arbeiterklasse als internationale Klasse kann sich jetzt international und bewusst organisieren.“ Die entscheidende Frage ist jedoch, welche Klasse die Technologie kontrolliert: „Die KI kann entweder die Lebensbedingungen im Interesse der Menschheit revolutionieren oder uns vernichten.“

Die Reihe umfasst noch drei weitere Vorträge, die an der George Madison University, der UC Berkeley und der University of Michigan stattfinden. Wir rufen alle unsere Leser und Unterstützer im Raum Washington D.C., in der San Francisco Bay Area und in ganz Michigan auf, an diesen Veranstaltungen teilzunehmen, bei ihrer Bekanntmachung zu helfen und ihre Kollegen, Mitschüler und Freunde mitzubringen.

Studierende und Jugendlichen, die für den Sozialismus kämpfen wollen, sollten das untenstehende Formular auszufüllen. Wir werden uns mit euch in Verbindung setzen und euch beim Aufbau eine Ortsgruppe der IYSSE an eurer Einrichtung helfen.

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