IKVI
Das IKVI verteidigt den Trotzkismus 1982–1986

Verteidigung von Sicherheit und die Vierte Internationale

2. Februar 1986

An die Mitglieder der Workers Revolutionary Party

In den letzten Wochen hat die Mehrheit des WRP-Zentralkomitees eine Kampagne begonnen, mit der die vor zehn Jahren eingeleitete Untersuchung des Internationalen Komitees über die Umstände der Ermordung Leo Trotzkis und des Eindringens von Agenten des Weltimperialismus und seiner stalinistischen Lakaien in die Vierte Internationale diskreditiert werden soll.

Diese Kampagne ist Teil eines umfassenderen Angriffs auf die gesamte Geschichte des Internationalen Komitees, von dem zu spalten die WRP-Führung beschlossen hat. Die Slaughter-Banda-Führung hat schon Kontakt mit revisionistischen Gruppen in Europa und den Vereinigten Staaten aufgenommen und wird offen auf eine Umgruppierung mit pablistischen und auch mit stalinistischen Organisationen hinarbeiten, sobald der Bruch mit dem IK vollzogen ist.

Banda und Slaughter haben den Angriff auf Sicherheit und die Vierte Internationale aus folgenden Gründen in Szene gesetzt:

Erstens dient er ihrem unmittelbaren fraktionellen Bedürfnis, alle die Sektionen des Internationalen Komitees zu verleumden, die sich weigern, sich dem politischen Renegatentum Bandas und Slaughters anzuschließen.

Zweitens ist die Zurückweisung von Sicherheit und die Vierte Internationale eine unabdingbare Voraussetzung für eine Annäherung an die Revisionisten.

Es ist in den vergangenen vier Monaten nur zu klar geworden, dass die nationalistische Degeneration der Healy-Banda-Slaughter-Führung Bedingungen geschaffen hat, unter denen die Mitgliedschaft der WRP fast völlig von der politischen Arbeit des Internationalen Komitees abgeschnitten geblieben ist. Der Mitgliedschaft wurde eine grundlegende Ausbildung in der Geschichte des Kampfs gegen den pablistischen Revisionismus vorenthalten, und sie wurde mit Ausnahme von jährlichen Versammlungen zum Jahrestag der Ermordung von Trotzki sehr wenig über die Ereignisse der Untersuchung Sicherheit und die Vierte Internationale informiert.

Dies ist ein wesentlicher Grund dafür, warum eine große Zahl von Mitgliedern für die Lügen Slaughters, T. Bandas und anderer, die Untersuchung sei einfach nur Healys „Ausgeburt“, das Produkt seiner sogenannten „Paranoia“, empfänglich sind.

Während wir aus den oben angeführten Gründen verstehen können, warum einige Mitglieder über Sicherheit und die Vierte Internationale verwirrt sind, gibt es weder bei Slaughter, noch bei Mike Banda irgendeine Verwirrung. Ihnen sind alle Aspekte von Sicherheit und die Vierte Internationale genau bekannt. Sie hatten in Wirklichkeit schon mit dieser Arbeit zu tun, bevor die Workers League an der Untersuchung beteiligt wurde. Sowohl Banda wie auch Slaughter nahmen an Dutzenden von Treffen teil, auf denen die Beweise, die im Laufe der Untersuchung gesammelt wurden, analysiert und ihre politische Bedeutung eingeschätzt wurde.

Slaughter, der anfangs die meisten politischen Erklärungen zu Sicherheit und die Vierte Internationale verfasst hatte, bekräftigte noch im Oktober 1985 während seiner letzten Reise in die USA seine feste Überzeugung, dass die Untersuchung richtig und notwendig sei.

In seiner Resolution vom 26. Januar 1986 griff das WRP-Zentralkomitee den Gelfand-Prozess an, er schaffe „einen gefährlichen Präzedenzfall, weil er den Staat aufrufe, über die Mitgliedschaft in einer politischen Organisation der Arbeiterklasse zu entscheiden“. Dies obwohl Banda und Slaughter wissen, dass die juristische Grundlage des Prozesses die Entscheidung des Gerichts war, dass die Übernahme einer sozialistischen politischen Organisation durch die Regierung „eine drastische Verletzung des Koalitionsrechts ihrer Anhänger ist und gegen die Verfassung verstößt.“ Darüber hinaus werden die Tatsachen ignoriert, die durch den Prozess enthüllt wurden:

● Dass Sylvia Franklin eine GPU-Agentin war (was alle Revisionisten und besonders die widerlegt, die sich am 14. Januar 1977 auf der „Plattform der Schande“ in der Friends Hall versammelt hatten), und dass Hansen und die SWP-Führung die gesamte Arbeiterbewegung belogen hatten.

● Dass die Verteidigung von Sylvia Franklin durch die Tatsache motiviert war, dass der Mann, der sie öffentlich entlarvt hatte – Louis Budenz -, auch Joseph Hansen als GPU-Agenten genannt hatte. Diese Tatsache wurde im März 1983 durch den Gelfand-Prozess enthüllt.

● Dass Hansens Treffen mit dem FBI nach der Ermordung von Leo Trotzki 1940 der SWP-Führung völlig unbekannt waren. Unter denen, die Hansen in eidesstattlichen Erklärungen widersprachen, befanden sich zentrale Führer der SWP aus der Zeit: Felix Morrow, Morris Stein und Farrell Dobbs (inzwischen verstorben).

Im Laufe des Prozesses arbeitete die SWP direkt mit Marc Zborowski zusammen – dem GPU-Agenten, der an der Ermordung von Leo Sedow, Erwin Wolf, Ignaz Reiss und Rudolf Klement beteiligt war – um zu verhindern, dass Gelfands Anwalt eine eidesstattliche Erklärung von ihm bekomme. Schließlich entschied das Gericht, Zborowskis Vernehmung nicht zuzulassen, weil seine Aussage Agenten in der SWP identifizieren könnte, was gegen das Gesetz von 1982 zum Schutz der Identität von Agenten verstieße.

Die Resolution des WRP-Zentralkomitees rät der Workers League, an die SWP heranzutreten, „um einen Weg zu finden, die Sache außergerichtlich zu regeln....“ In Anbetracht der Tatsache, dass die SWP und alle pablistischen Organisationen auf der ganzen Welt alle Appelle des Internationalen Komitees zwischen 1975 (als das IK seine Sicherheitsuntersuchung begann) und 1979 (dem Beginn des Gelfand-Prozesses) zur Bildung einer paritätischen Kommission oder einer Untersuchungskommission zur Untersuchung der vom Internationalen Komitee gesammelten Beweise zurückgewiesen haben, ist das ein außerordentlicher Vorschlag.

Die meisten dieser Appelle für eine objektive Prüfung der Beweise waren von Slaughter und Banda verfasst worden.

Es sollte besonders festgehalten werden, dass die Beweise, die im Laufe des Gelfand-Prozesses gesammelt wurden, schlüssig den betrügerischen Charakter des sogenannten „Urteils“ beweisen, das im September 1976 von der SWP veröffentlicht und in der unflätigen Broschüre Healy's Big Lie abgedruckt wurde. Es wurde auf der Grundlage von eidesstattlichen Erklärungen bewiesen, dass keines der 168 Individuen, die das „Urteil“ unterschrieben und die Vorwürfe gegen Hansen als eine „schamlose falsche Beschuldigung“ zurückwiesen, irgendwelches dokumentarisches Beweismaterial vorgelegt bekamen, durch das die Vorwürfe gegen Hansen widerlegt worden wären (die damals noch auf Vorwürfe über seine Rolle bei der Abdeckung von GPU-Aktivitäten gegen die Vierte Internationale beschränkt waren). Das SWP-Mitglied, das hauptsächlich verantwortlich für die Verbreitung des „Urteils“ und das Sammeln von Unterschriften und Erklärungen war, die die Untersuchung denunzierten, der verstorbene George Weissmann, bezeugte, dass er nichts über den tatsächlichen Inhalt der vom Internationalen Komitee erhobenen Beschuldigungen wusste, und sie niemals mit Hansen diskutiert hatte.

Wir wurden in den letzten Wochen darüber informiert, dass einige Mitglieder die SWP-Broschüre Healy's Big Lie gelesen haben und behaupten, dass sie Sicherheit und die Vierte Internationale widerlege. Diese Meinung kann nur als ein weiteres Beispiel für die erstaunliche Ignoranz angesehen werden, die in Teilen der WRP zu finden ist. Die Substanz der 146-seitigen juristischen Erklärung, die Gelfand im Juni 1982 als Antwort auf den Antrag der SWP auf Einstellung des Verfahrens unterbreitete, stellt eine detaillierte faktische Widerlegung buchstäblich jeder Behauptung dar, die Hansen in den Artikeln in Healy's Big Lie gemacht hatte. Die SWP unternahm keinen Versuch, diese juristische Erklärung zu beantworten. Im Prozess wurden die SWP-Führer aufgefordert, die Passagen in Healy's Big Lie zu zitieren, die angeblich die Vorwürfe gegen Hansen beantworten. Sie konnten es nicht.

Auf die Gefahr hin, die sich anbahnende Romanze zwischen den Banda-Slaughter-Renegaten und der SWP zu stören, wollen wir nur ein paar Passagen aus der Zeugenaussage einer ihrer Führer zitieren, um zu zeigen, wie die SWP auf die „Verleumdungskampagne“ antwortete.

Die folgende Passage stammt aus der Aussage von SWP-Führer Larry Seigle vom 4. März 1983 beim Verhör durch Gelfands Anwalt John Burton.

F: Gibt es einen Standpunkt in Bezug auf unbekannte Kontakte zwischen Mitgliedern der Socialist Workers Party und der Regierung, bei denen Mitglieder der Socialist Workers Party Informationen, interne Informationen über die SWP an die Regierung weitergeben? Gibt es in ihrer Partei dazu einen Standpunkt, Mister Seigle?

A Wem unbekannt?
F: Sagen wir, dem Politischen Komitee.
A: Das käme darauf an.
F: Worauf käme das an?
A: Auf die Umstände.
F: Wissen Sie, ob es zutrifft, dass Mister Hansen 1940 Mr. Sackett (FBI-Special-Agent, verantwortlich für New York) traf, wie Mr. Gelfand Sie gefragt hat?
A: Ich habe darüber kein eigenes Wissen.
F: Haben Sie jemals Mr. Hansen gefragt, ob er Mr. Sackett 1940 getroffen hat?
A: Nein.
F: Haben Sie jemals Mr. Barnes gefragt, ob Mr. Hansen Mr. Sackett getroffen hat?
A: Nein, es hat mich nicht interessiert.
F: Es hat Sie nicht interessiert, ob Mr. Hansen den für das New Yorker FBI-Büro verantwortlichen Special Agent getroffen hat?
A: Für dieses spezielle Detail habe ich mich nicht interessiert. Die wesentlichen Antworten wurden in Healy's Big Lie gegeben. Sonst habe ich mich für nichts weiteres interessiert.
F: Aber wurde diese Frage in Healy's Big Lie beantwortet?
SWP-Anwalt: Einspruch. Das Dokument spricht für sich selbst.
Das Gericht: Nun, wenn er kann, soll er antworten.
A: Euer Ehren, ob das spezielle Detail beantwortet ist, weiß ich nicht, bevor ich das ganze Ding gelesen habe.

Slaughter behauptet, dass es keinen Beweis gebe, dass Hansen ein Agent war. Nun gut, wir warten auf seine Erklärung der Dokumente, die sich auf Hansens Besuche bei der US-Botschaft in Mexiko-City und seine Bitten um vertrauliche Kontakte mit der US-Regierung beziehen. Wir warten auch darauf, seine Erklärung für die Lügen über Sylvia Franklin zu hören. Er sollte auch aufgefordert werden, die Bedeutung der Identifizierung Hansens als GPU-Agent durch Budenz zu erklären.

Wenn er überhaupt diese Fragen zu beantworten versucht, kann er nichts anderes tun, als die alten diskreditierten Lügen Hansens und der SWP-Führer zu wiederholen.

Was Banda angeht, wie passt seine gegenwärtige Verunglimpfung von Sicherheit und die Vierte Internationale mit der Analyse zusammen, die er vor zehn Jahren über die Position der SWP zur angolanischen Revolution unter der bezeichnenden Überschrift schrieb: „SWP: Apologet und Verteidiger des Imperialismus“. Diese Erklärung, die Banda im Namen des Internationalen Komitees verfasste, war eine vernichtende Verurteilung der Opposition der SWP gegen die MPLA und ihrer Unterstützung für die von der CIA und Südafrika getragenen FNLA- und Unita-Kräfte. Für die Mitglieder der WRP, die sich vielleicht nicht an den Hintergrund dieser Polemik erinnern, fügen wir hinzu, dass Banda seine Erklärung schrieb, nachdem das Nationalkomitee der SWP ausdrücklich Holden Robertos Annahme von CIA-Geldern gerechtfertigt und von der MPLA verlangt hatte, ihren Kampf gegen die angolanischen Agenten des Imperialismus abzubrechen. Am Ende seiner Analyse erklärte Banda:

Die verschleierte Unterstützung der SWP für die CIA-finanzierten Organisationen und ihre offene Feindschaft gegenüber der MPLA ist untrennbar mit ihrem groben Verrat am Trotzkismus verbunden, der in der Weigerung der SWP-Führer Novack und Hansen ausgedrückt ist, irgendeine der Beschuldigungen zu beantworten, die vom Internationalen Komitee der Vierten Internationale in der Frage von Sicherheit und die Vierte Internationale gegen sie erhoben worden sind. Ihre beständige Weigerung, irgendetwas zu tun, um die Bewegung vom Stigma der GPU-Intrigen und -Provokationen zu befreien, macht sie heute genauso verletzlich für den Druck der CIA.

Die Degeneration dieser Gruppe in Chauvinismus und Anti-Trotzkismus ist jetzt mit ihrem Aufgeben des nationalen Befreiungskampfes in Angola beinahe vollendet. Sie stehen als eine Gruppe von kleinbürgerlichen Skeptikern da, die wie der verstorbene Shachtman schnell in eine konterrevolutionäre Agentur des State Department verwandelt werden.

Die Tatsache, dass Banda jetzt bereit ist, Sicherheit und die Vierte Internationale zu verurteilen und die Workers League aufzurufen, an die SWP heranzutreten, ist ein Maßstab für seine eigene abstoßende politische Degeneration im Laufe des letzten Jahrzehnts. Sowohl er wie auch Slaughter haben sich so vollkommen dem Opportunismus hingegeben, dass sie buchstäblich über Nacht prinzipielle Positionen ändern, wie es ihren unmittelbaren fraktionellen Zielen dient. Aber sie ändern nicht einfach ihre Ansichten; sie ändern ihre Klassenpositionen.

Abgesehen von den fraktionellen und prinzipienlosen Motiven von Banda und Slaughter anerkennen wir die Tatsache, dass es in der WRP viele Genossen gibt, die als ein Ergebnis des Verrats der alten Führung daran gehindert wurden, sich mit Sicherheit und die Vierte Internationale vertraut zu machen – ganz zu schweigen von einem systematischen Studium. Viele wissen wenig, wenn überhaupt irgendetwas, über die politischen Umstände, die die Untersuchung ins Leben riefen. Sogar bevor das Internationale Komitee mit seiner Untersuchung begann, hatte es eine ganze Reihe von Ereignissen in der internationalen pablistischen Bewegung gegeben, die ernste Fragen über die Rolle von staatlichen Agenturen innerhalb revisionistischer Organisationen aufwarfen:

● Die Gery-Lawless-Affäre, in der ein führendes Mitglied der britischen IMG notorische Berühmtheit erlangte, weil es der IRA öffentlich die Verantwortung für einen Bombenanschlag zuschob. Er wurde in der Presse als „der Mann, der Scotland Yard einen Tipp gab“ bekannt.

● Die Kevin-Gateley-Untersuchung, in der ein ungenanntes Mitglied der IMG – das mit Zustimmung der Organisations-Führung anonym blieb – Oberrichter Scarman mit Informationen versorgte, die den bisherigen Aussagen von IMG-Mitgliedern widersprachen und dazu führten, dass die Polizei von der Verantwortung für Gateleys Tod freigesprochen wurde.

● Der Fall von Max Wechsler, dem Schriftführer des Exekutivkomitees der australischen Pablisten, der enthüllte, dass er für die australische Geheimdienstorganisation (ASIO) gearbeitet hatte.

● Der Fall von Bala Tampoe, einem pablistischen Führer in Sri Lanka, der eine Vergnügungsreise in die USA mitmachte, die von der CIA-kontrollierten Asia-Foundation finanziert war, und dabei mit US-Verteidigungsminister Robert McNamara zusammentraf.

In der Periode, in der die oben genannten Ereignisse ans Licht kamen (1974-75), führten die Nachwirkungen des Watergate-Skandals in Washington zur Enthüllung massiver Regierungsinfiltration der amerikanischen Socialist Workers Party, wozu zahlreiche Einbrüche gehörten und das Einschleusen Hunderter Agenten und Informanten.

Vor diesem Hintergrund machte Hansen seine erstaunliche Intervention zur Verteidigung von Tim Wohlforth im März 1975. Wohlforth verließ, wie sich einige Mitglieder der WRP erinnern werden, die Workers League, nachdem das Internationale Komitee und das Zentralkomitee der Workers League die Einsetzung einer Untersuchungskommission beschlossen hatten, die sein Versäumnis untersuchen sollte, über die Familienbeziehungen von Nancy Fields, seiner persönlichen Freundin, zu hohen CIA-Beamten zu berichten.

In einem subjektiven Wutanfall, der unmittelbaren Form, die seine Rechtswendung annahm, verurteilte Wohlforth das Internationale Komitee, wies 14 Jahre des Kampfes gegen den pablistischen Revisionismus zurück und trat wieder in die SWP ein. Hansen seinerseits verurteilte Healys Vorgehen gegenüber Wohlforth als „Paranoia“.

Eine Woche später erschien in der Intercontinental Press vom 7. April 1975 ein Artikel unter der Überschrift „Red Lion Square – wo waren die Helden der WRP?“, in dem Hansen ab erster die Frage von Agenten aufwarf:

Ist die WRP von Agenten der Special Branch durchsetzt? Was ist die wahre Identität derer in der WRP, die sagten, es sei das beste, nichts mit der Demonstration gegen Faschismus auf dem Red Lion Square zu tun zu haben?

Slaughter antwortete auf diese Erklärung am 29. Mai 1975, unmittelbar nach dem 6. Kongress des Internationalen Komitees der Vierten Internationale, was er heute zweifellos lieber vergessen möchte. Er schlug die Bildung einer paritätischen Kommission, bestehend aus einer gleichen Zahl von Mitgliedern des IK und des Vereinigten Sekretariats vor, um die Fragen, die Hansen gestellt hatte, und andere Fragen über die Sicherheit der Bewegung, zu untersuchen. In dem Brief wurde erklärt, dass „Gerry Healy vor dem gemeinsamen Komitee zur Befragung erscheinen wird, wenn Joseph Hansen das Gleiche tut.“ Hansen wies, wie Slaughter weiß, diesen Vorschlag zurück.

Slaughter erneuerte diesen Vorschlag in einem Brief vom 21. Juni 1975. Hansen beantwortete ihn nie.

Am 23. Oktober 1975 schrieb Slaughter einen Brief, in dem er auf Hansens Ausflüchte einging:

Sicherheit ist nicht nur eine organisatorische Frage, sondern vor allem eine grundlegende politische Frage des Kampfes der Weltpartei der sozialistischen Revolution gegen den kapitalistischen Staat, gegen die Geheimdienste und Unterdrückungsinstrumente der imperialistischen Mächte und gegen die stalinistische Bürokratie, die wichtigste konterrevolutionäre Kraft auf Weltebene, die seit der Gründung der Vierten Internationale versucht, sie zu liquidieren.

Es ist unmöglich, für die heutigen Kämpfe revolutionäre Kader auszubilden, ohne unermüdlich für die Herstellung der historischen Kontinuität von Trotzkis Kampf auf Leben und Tod gegen die stalinistische Bürokratie einzutreten.

Wenn Hansen lügenhaft die Workers Revolutionary Party beschuldigt, von Polizeiagenten und Provokateuren geführt zu werden, aber dann eine Sicherheitsuntersuchung zurückweist, die einen entscheidenden Schlag gegen die Stalinisten und ihre Agenten in der Bewegung führen würde, welche Rolle spielt er dann? Warum hat er bisher hartnäckig zu den großen historischen Fragen über die Ermordung des Gründers der Vierten Internationale und seiner engsten Mitarbeiter geschwiegen? Was ist die Verantwortung derer, wie Hansen, die diese Fragen sträflich vernachlässigt haben und sich jetzt weigern, sie aufzugreifen?

Vielleicht wird Slaughter argumentieren, dass er diese Zeilen auf Healys Anweisung schrieb, und dass er damals nicht daran geglaubt habe. Aber wenn uns Slaughter wirklich glauben machen will, dass er in den letzten 30 Jahren seines Lebens als ein käuflicher, professioneller Lügner gearbeitet habe, dann gibt es keinen Grund, seinen jetzigen Positionen Glauben zu schenken. Was uns betrifft, so haben wir eine viel höhere Achtung vor Slaughters Vergangenheit und seinem politischen Beitrag zum Aufbau des Internationalen Komitees. Mit der Zurückweisung dieser Vergangenheit gibt er alles auf, was in den vielen Jahren des Kampfes für den Trotzkismus prinzipiell war.

In dieser Broschüre präsentieren wir den Mitgliedern der Workers Revolutionary Party einen kleinen Teil der Dokumente von Sicherheit und die Vierte Internationale – besonders diejenigen, die sich auf die Entstehung dieser historischen Kampagne beziehen. Wir bedauern, dass es notwendig ist, für die Mitglieder der britischen Sektion heute zu wiederholen, was wir den Mitgliedern der SWP in den Vereinigten Staaten vor mehr als einem Jahrzehnt gesagt haben. Aber in der ganzen Geschichte der revolutionären Bewegung hat es immer wieder Zeiten politischer Krisen gegeben, in denen es notwendig war, alle alten Errungenschaften des Marxismus gegen Angriffe zu verteidigen. Das muss jetzt in der ältesten und Gründungssektion des Internationalen Komitees der Vierten Internationale getan werden.

David North