Internationale Gedenkfeier für Leo Trotzki

Trotzkis Jahre auf Prinkipo und der Weg von Mein Leben in türkischer Sprache

Die vierte jährliche internationale Gedenkfeier für Leo Trotzki fand am 16. August 2026 im Veranstaltungsort „Taş Mektep“ auf Büyükada (Prinkipo) statt und wurde von der Gemeinde Adalar (Prinzeninseln) mit Unterstützung von Mehring Yayıncılık (Verlag) und der World Socialist Web Site ausgerichtet. Hauptredner der Veranstaltung, an der über 100 Menschen teilnahmen, war David North, Chefredakteur der WSWS und Vorsitzender der Socialist Equality Party (USA). North überbrachte seine Rede mit dem Titel „Trotzkis Mein Leben: Ein unvergänglicher Beitrag zum Marxismus und zur Weltliteratur“ per Video an das Publikum. Eine deutsche Neuauflage von Mein Leben ist jüngst im Mehring Verlag erschienen und kann hier bestellt werden.

Medine Pamuk, amtierende Bürgermeisterin von Adalar, bei der vierten internationalen Gedenkfeier für Leo Trotzki in Prinkipo am 16. August 2026 [Photo: Adalar Belediyesi]

Die Veranstaltung wurde von Medine Pamuk, der amtierenden Bürgermeisterin von Adalar, eröffnet. Pamuk übermittelte zu Beginn die Grüße des Bürgermeisters von Adalar, Ali Ercan Akpolat, der nicht anwesend sein konnte, da er inhaftiert ist – aus politischen Gründen und ohne jegliche rechtliche Grundlage. Pamuk erklärte, Akpolat habe sich sehr gewünscht, an der Veranstaltung teilzunehmen und gemeinsam mit den Anwesenden Trotzkis Jahre auf Büyükada zu würdigen. Die amtierende Bürgermeisterin dankte den Sozialistischen Gleichheitsparteien und der WSWS für ihre internationale Solidarität mit und Unterstützung für Akpolat.

Pamuk betonte, dass Büyükada nicht nur einen Platz im kulturellen Erbe Istanbuls einnehme, sondern auch Spuren der Weltgeschichte trage. Sie erinnerte daran, dass Trotzki nach seiner Ankunft in Istanbul im Jahr 1929 seine Arbeit bis 1933 größtenteils von der Insel aus verrichtete. Sie wies darauf hin, dass dies für Trotzki Jahre intensiven Schreibens und Denkens waren, dass er von Büyükada aus die Entwicklungen in der Sowjetunion, die politischen Umwälzungen in Europa und die internationale Arbeiterbewegung aufmerksam verfolgte und dass er von dort aus Briefe schrieb und Analysen verfasste.

Pamuk widmete in ihren Ausführungen Trotzkis Werken dieser Zeit besondere Aufmerksamkeit und sagte, dass „Mein Leben“ weit mehr als eine Biografie sei und dass Trotzki darin die Revolution von 1905, die Oktoberrevolution von 1917, die Jahre des Bürgerkriegs, die Errichtung der Sowjetmacht und die Kämpfe, die er gemeinsam mit Lenin führte, durch das Prisma seiner eigenen Erfahrungen beleuchtete. Sie verwies auf „Die Geschichte der Russischen Revolution“ sowie auf die Theorie der permanenten Revolution, an der Trotzki während seines Aufenthalts auf Büyükada arbeitete.

Pamuk betonte, dass Büyükada als historischer Ort in Erinnerung geblieben sei, an dem Trotzki schrieb, dachte und seine Arbeit zur Revolution fortsetzte, und dass das dort Geschaffene nicht bloß die Erinnerung an eine Epoche geblieben, sondern zu einem wichtigen Teil von Trotzkis intellektuellem Vermächtnis geworden sei.

Im Folgenden veröffentlichen wir die Rede, die nach der Rede der amtierenden Bürgermeisterin Medine Pamuk von Ulaş Sevinç, Herausgeber von Mehring Yayıncılık und Vorsitzender der Sosyalist Eşitlik Partisi – Dördüncü Enternasyonal (Sozialistische Gleichheitspartei – Vierte Internationale), gehalten wurde.

Ulaş Sevinç spricht bei der vierten internationalen Gedenkfeier für Leo Trotzki in Prinkipo, 16. August 2026

Liebe Gäste,

herzlich willkommen zur internationalen Gedenkfeier für Leo Trotzki, die wir in diesem Jahr zum vierten Mal veranstalten. Wir danken der Gemeinde Adalar für die Ausrichtung dieser Veranstaltung, die mittlerweile zur Tradition geworden ist, sowie der Stadtverwaltung von Istanbul dafür, dass sie uns den Veranstaltungsort Taş Mektep zur Verfügung gestellt hat. Unser Dank gilt auch den Mitarbeitenden beider Gemeinden.

Die Gedenkveranstaltung im letzten Jahr wurde vom Bürgermeister von Adalar, Ali Ercan Akpolat, eröffnet. Er ist dieses Jahr nicht unter uns. Er wurde am Morgen des 19. Juni in Gewahrsam genommen, am 23. Juni inhaftiert und anschließend seines Amtes enthoben. Nach seiner Festnahme fand hier auf Büyükada ein Massenprotest und Demonstrationszug mit Tausenden von Menschen statt. Die Teilnehmer erklärten, dass es sich um eine politische Verhaftung handelte und Akpolat freigelassen werden muss. Wir haben zwar politische Differenzen und verschleiern diese auch nicht, aber wir sprechen diese Forderung hier einmal mehr laut aus und rufen die Freilassung aller politischen Gefangenen ein.

Neben seinen Beiträgen zur Organisation dieser Veranstaltung in den Jahren 2024 und 2025 war Herr Akpolat ein wichtiger Förderer des Projekts, das Trotzki-Haus in einer Weise zu restaurieren, die diesem großen Revolutionär würdig ist, und es in ein internationales Kulturzentrum umzuwandeln, das Menschen aus aller Welt zugänglich ist. Wir bekräftigen unsere Unterstützung für die Fortsetzung und den Abschluss dieses Projekts.

Trotzki, der gemeinsam mit Wladimir Lenin die Oktoberrevolution von 1917 anführte – ein Ereignis, das im 20. Jahrhundert und in der Geschichte der gesamten Menschheit neue Wege bahnte –, verbrachte auf dieser Insel den längsten ununterbrochenen Abschnitt seines Exils, von 1929 bis 1933. Zu den Entwicklungen, die durch die Machteroberung der russischen Arbeiterklasse unter der Führung von Lenin, Trotzki und den Bolschewiki sowie durch die von ihnen in Gang gesetzte Kette von Ereignissen, die den Ersten Weltkrieg beendeten, inspiriert wurden, gehörte auch der nationale Befreiungskrieg, der 1919 in der Türkei beginnen sollte.

In einem Interview, das er 1929 in Istanbul gab, erinnerte Trotzki an die Unterstützung, die er dem nationalen Befreiungskrieg der Türkei durch die Entsendung von General Frunze als Vertreter der Roten Armee nach Ankara geleistet hatte, und brachte seine Zufriedenheit mit dem Ergebnis zum Ausdruck. Die entscheidende Bedeutung dieser Unterstützung, die sich aus der internationalistischen Politik Sowjetrusslands gegen den Imperialismus unter der Führung von Lenin und Trotzki ergab, wurde von Atatürk selbst anerkannt. Im selben Jahr, 1929, schrieb Atatürk, Gründer und Präsident der jungen Republik, Folgendes auf ein signiertes Foto, das er dem sowjetischen Botschafter Jakow Sacharowitsch Surits überreichte:

Ohne die Unterstützung Russlands hätte der Sieg der neuen Türkei über die Invasoren … nur unter unvergleichlich höheren Opfern errungen werden können oder wäre vielleicht gar nicht möglich gewesen. Russland leistete der Türkei sowohl moralische als auch materielle Hilfe, und es wäre ein Verbrechen, wenn unsere Nation diese Hilfe vergessen würde.

Mein Leben, Trotzkis Autobiografie, auf die David North noch eingehen wird, wurde 1929 auf dieser Insel verfasst. Sie erschien im November 1929 in Berlin und im folgenden Jahr in New York. Sie wurde in zig verschiedene Sprachen übersetzt. Ins Türkische jedoch sollte sie erst vierzig Jahre später übersetzt werden.

Stalin hatte gehofft, durch die Verbannung Trotzkis in die Türkei den Hauptgegner des bürokratischen Regimes gänzlich zum Schweigen bringen zu können. Es sollte bald klar werden, dass er sich getäuscht hatte. Mit Mein Leben lieferte Trotzki eine außergewöhnlich schlagkräftige Antwort auf die Neufassung der Geschichte der Oktoberrevolution durch die stalinistische Bürokratie.

Unter welchen Bedingungen hatte die Türkei Trotzki aufgenommen? Ihm wurde mitgeteilt, dass es ihm freistehe, das Land zu verlassen, dass er seinen Wohnort wechseln könne und dass die notwendigen Maßnahmen getroffen worden seien, um seine Sicherheit zu gewährleisten. Er dürfe in der Türkei keine kommunistischen Aktivitäten ausüben, könne aber schreiben, was er wolle, und seine Texte im Ausland veröffentlichen lassen.

Zu jener Zeit waren kommunistische Aktivitäten und die Türkische Kommunistische Partei (TKP) in der Türkei illegal. Tatsächlich hatte es auch für Trotzki höhere Priorität, die für die Entwicklung der weltweiten sozialistischen Revolution entscheidenderen Orte zu verfolgen und dort politisch einzugreifen – vor allem Deutschland und die Sowjetunion sowie das übrige Europa und die Vereinigten Staaten.

Als Trotzki im Februar 1929 in Istanbul ankam, hielt er sich zunächst eine Zeit lang im sowjetischen Konsulat auf. Anschließend zog er ins Tokatlıyan-Hotel und danach in ein Haus in Bomonti, Şişli. Trotzki zog mit seiner Familie, darunter seine Frau Natalja Sedowa und sein Sohn Leon Sedow, später nach Büyükada, wo sie den größten Teil ihrer Zeit in der Türkei verbrachten.

Ihre erste Adresse dort war die İzzet-Pascha-Villa. Nachdem in diesem Haus ein Brand ausgebrochen war, wohnten sie für kurze Zeit im Savoy-Hotel auf der Insel. Zwischen März 1931 und Januar 1932 zogen sie nach Moda in Kadıköy. Danach kehrten sie nach Büyükada zurück, in die Yanaros-Villa, ihre letzte Adresse, wo sie bis Juli 1933 blieben.

Trotzki arbeitete auf der Insel unermüdlich und machte sie zum Zentrum sowohl des Bulletin der Opposition als auch der Internationalen Linken Opposition. Er abonnierte Zeitungen und Zeitschriften aus allen Teilen der Welt; alle trafen zwei oder drei Tage zu spät ein. Auf Fotos seines Schreibtisches ist The Militant zu sehen, die Zeitung der trotzkistischen Bewegung in den Vereinigten Staaten. 1933 kam der Schriftsteller Georges Simenon auf diese Insel, um ihn zu treffen, und beschrieb den Stapel Zeitungen auf dem Schreibtisch sowie Trotzkis Klage: „Leider bekomme ich die Zeitungen erst mit mehreren Tagen Verspätung.“

Leo Trotzki an seinem Schreibtisch in Büyükada (Prinkipo)

Hitler war zu Beginn jenes Jahres an die Macht gekommen – eine Folge der katastrophalen Politik der stalinistischen Kommunistischen Internationale und der Kommunistischen Partei Deutschlands. Trotzki reagierte darauf im Juli 1933 mit der Erklärung, dass die Kommunistische Internationale für die Zwecke des Kampfes um die sozialistische Revolution tot sei und dass die Vierte Internationale gegründet werden müsse. Er gab diesen historischen Aufruf von hier aus, nur wenige Tage bevor er die Insel in Richtung Frankreich verließ, als das Land ihm endlich ein Visum erteilt hatte.

In jenem Interview mit Simenon vom Juni 1933 warnte Trotzki, dass der Machtantritt der Nazis Europa erneut auf den Weg in den Krieg gebracht habe:

Der Faschismus, insbesondere der deutsche Nationalsozialismus, bringt für Europa unbestreitbar die Gefahr kriegerischer Erschütterungen. Es mag sein, dass ich mich von außen irre, aber mir scheint, dass man diese Gefahr in ihrem vollen Umfang unterschätzt. Wenn man eine Perspektive nicht von Monaten, sondern von Jahren – kaum von Jahrzehnten – nimmt, dann halte ich eine kriegerische Explosion von Seiten des faschistischen Deutschlands für vollkommen unvermeidlich. Es ist genau diese Frage, die für das Schicksal Europas entscheidend werden kann.

Trotzki äußerte auch Folgendes, das so klingt, als wäre es über die heutige Welt verfasst worden:

In Analogie zur Elektrotechnik kann die Demokratie als ein System von Schaltern und Isolatoren gegen die zu starken Ströme des nationalen oder sozialen Kampfes bestimmt werden. Keine Epoche in der Menschheitsgeschichte war mit so vielen Gegensätzen gesättigt wie die unsere. Eine Überspannung des Stroms macht sich an verschiedenen Punkten des europäischen Netzes immer stärker bemerkbar. Unter einer zu großen Spannung von Klassen- und internationalen Widersprüchen schmelzen oder explodieren die Schalter der Demokratie. Dies ist der Kern der Kurzschlüsse der Diktatur. Zuerst versagen natürlich die schwächsten Schalter.

Wir sagen oft, dass Trotzki keinerlei Schwierigkeiten hätte, die heutigen Verhältnisse zu verstehen. Heute erleben wir die Anfangsphase eines Dritten Weltkriegs und überall den Zusammenbruch dessen, was von den Demokratien unter der Last der Klassengegensätze und internationalen Widersprüche noch übrig ist.

Aus denselben Gründen, die Trotzki seinen starken Optimismus und sein Vertrauen in die Zukunft verliehen haben, sehen auch wir in der gegenwärtigen Situation nicht nur eine sich verschärfende Katastrophe und Barbarei. Wir erkennen auch, dass sich die Grundlage für die Befreiung der Menschheit herausschält. Wir blicken auf die Weltwirtschaft, die alle Länder und Kontinente miteinander verbindet, und auf die weltweite Arbeiterklasse, die sie in Bewegung setzt. So kommen wir zu dem Schluss, der einzige Weg nach vorn bestehe darin, dass diese immense soziale Kraft bewusst in die Geschichte eingreift. Die Oktoberrevolution war ein solcher Eingriff. Aus diesem Grund gründete Trotzki 1938 die Vierte Internationale, und aus diesem Grund lebt und kämpft diese Weltpartei bis heute.

Ich möchte nun ein paar Worte über die Geschichte von Mein Leben sagen, das Trotzki hier im Jahr 1929 in türkischer Sprache verfasste.

Ich habe kurz die Umstände erläutert, die die Veröffentlichung von Trotzkis Schriften auf Türkisch verhinderten. Der entscheidende Faktor für diese Verzögerung war jedoch die Unterordnung der Türkischen Kommunistischen Partei (TKP) und ihrer Intellektuellen unter das stalinistische Regime, das Trotzki ins Exil schickte und ihn schließlich 1940 in Mexiko ermordete. Nicht nur wurden Trotzkis Werke nicht ins Türkische übersetzt, zudem wurde sein Name jahrzehntelang mit Schimpfworten belegt und als Verräter geführt, und die Moskauer Lügen wurden wiederholt.

Trotzki und seine Werke, darunter Mein Leben, hielten Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre Einzug in die türkische Sprache. In dieser Zeit erschien Isaac Deutschers berühmte dreibändige Biografie über Trotzki. Die erste türkische Ausgabe von Mein Leben wurde 1970 vom Köz-Verlag herausgebracht. Der Übersetzer war Müntekim Ökmen.

Ökmen, der 1915 geboren wurde, galt als einer der bedeutendsten Übersetzer vom Französischen ins Türkische und wurde als „der Übersetzer des Herodot“ bezeichnet, da er der türkischen Sprache die Historien des Herodot von Halikarnassos zugänglich gemacht hatte. Aus einem Artikel, den sein Freund, der Journalist Hasan Pulur, nach dem Tod dieses großen Übersetzers im Jahr 2003 verfasste, erfahren wir, dass Ökmen in seiner Jugend Kommunist wurde und in den 1930er Jahren der damals illegalen TKP beitrat. Zusammen mit Şefik Hüsnü, einem der ehemaligen Parteiführer, gründete er 1946 die legale Sozialistische Partei der Arbeiter und Bauern der Türkei (TSEKP), wofür er dreieinhalb Jahre im Gefängnis verbrachte.

Obwohl er aus einer stalinistischen Tradition kam, war Ökmen schließlich der Mann, der Trotzkis Mein Leben ins Türkische übersetzte. Es sei angemerkt, dass seine 1970 veröffentlichte Übersetzung nach wie vor im Verlag Yazın und beim Verlag Kırmızı Kedi im Umlauf ist. Seit 56 Jahren können viele Menschen in der Türkei dieses Werk Trotzkis in dieser Übersetzung lesen, und sie lesen es weiterhin.

Abschließend möchte ich betonen, dass Trotzkis Ideen und sein Kampf auch heute noch inspirierend sind für eine neue Generation von Arbeitern, Jugendlichen und Intellektuellen auf der ganzen Welt, die gegen soziale Ungleichheit, Unterdrückung und Krieg kämpfen wollen. Dazu gehört auch eine junge Generation in der ehemaligen Sowjetunion. Sie beginnt, etwas über den historischen Kampf der von Trotzki angeführten Linken Opposition und der Vierten Internationale zu erfahren – und darüber, dass es von Anfang an eine Alternative zum Stalinismus gab.

Einer der besten Vertreter dieser Generation in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion ist unser 27-jähriger ukrainischer Genosse Bogdan Syrotjuk. Genosse Bogdan befindet sich seit April 2024 in Haft. Vor genau sechs Tagen, am 10. August 2026, verurteilte ein Gericht des von der NATO unterstützten Selenskyj-Regimes Genossen Bogdan wegen „Hochverrats“ zu 15 Jahren Haft. Das gleiche Urteil ordnete die Beschlagnahmung seines Eigentums an sowie die Vernichtung der sozialistischen Dokumente, Broschüren und Flugblätter seiner Organisation, der „Jungen Garde der Bolschewiki-Leninisten“ (YGBL).

Bogdans angebliches Verbrechen bestand darin, Artikel auf der World Socialist Web Site zu veröffentlichen und mit deren Redakteuren zu korrespondieren. Bogdans „Verbrechen“ bestand darin, die Einheit der russischen und ukrainischen Arbeiter gegen den Krieg zu verteidigen. Es bestand darin, sich der Verherrlichung jener durch die ukrainische Regierung zu widersetzen, die während des Zweiten Weltkriegs mit den Nazis kollaborierten. Genosse Bogdan wurde wegen eines Gedankenverbrechens zu 15 Jahren Haft verurteilt.

Dies ist ein Urteil, gegen das sich jeder, der sich weltweit für demokratische Rechte einsetzt, auflehnen und wehren muss. Genosse Bogdan hat das Recht, innerhalb von 30 Tagen Berufung gegen das Urteil einzulegen. Wir führen eine weltweite Kampagne durch, in der wir fordern, dass das Urteil aufgehoben und Bogdan unverzüglich freigelassen wird. Wir rufen alle hier Anwesenden auf, sich dieser Kampagne anzuschließen, die Petition für seine Freilassung zu unterzeichnen und diesen Fall in eurer eigenen Gemeinde bekannt zu machen.

Ich möchte nun das Wort an den Hauptredner der heutigen Veranstaltung, David North, übergeben. Als revolutionärer Journalist, Historiker und politischer Führer blickt David North auf eine 55-jährige Tätigkeit innerhalb der internationalen Arbeiterbewegung und der trotzkistischen Bewegung zurück. North gilt international als politischer Experte für Leo Trotzki und ist Autor der Werke Leo Trotzki und der Kampf für den Sozialismus im 21. Jahrhundert, Leo Trotzki und die Entwicklung des Marxismus sowie Zur Verteidigung von Leo Trotzki, die in der Türkei bei Mehring Yayıncılık erschienen sind, sowie von Die Logik des Zionismus: Vom nationalistischen Mythos zum Völkermord in Gaza, Die Russische Revolution und das unvollendete 20. Jahrhundert und Das Erbe, das wir verteidigen: Ein Beitrag zur Geschichte der Vierten Internationale.

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